Trau dich und start up!

Hinter erfolgreichen Jungunternehmen stecken kluge Köpfe wie Thomas Bachem. Er hat schon während des Studiums sein erstes Startup gegründet – und hilft nun anderen auf dem Weg nach oben. Hast auch du das Zeug zum Gründer?

„Gründen kann man lernen“, sagt Thomas Bachem (32) – und er muss es wissen. Nachdem der Kölner einige erfolgreiche Startups wie „sevenload“ und „Lebenslauf.com“ gegründet hat, rief er 2016 die CODE University ins Leben. Jetzt ist er Deutschlands jüngster Hochschulkanzler und überzeugt davon, dass jeder ein Startup gründen kann – wenn die Rahmenbedingungen passen. Der beste Zeitpunkt, die richtigen Partner: absolut°karriere erklärt dir, worauf es ankommt und warum Business Schools meist ein guter Einstieg in die Gründerszene sind.

„Jeder mit einer guten Idee und der Bereitschaft, hart zu arbeiten, kann ein Startup gründen, ohne selbst ein finanzielles Risiko eingehen zu müssen.”
Thomas Bachem (32), Gründer der CODE University

Das Gründernetzwerk an Business Schools

Die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar bei Koblenz brachte viele Gründer hervor. Ehemalige Studierende haben eDarling, Zalando oder Home24 gegründet. „Erfolgreiche Alumni dienen oft als Vorbilder. Das macht Business Schools so besonders: ihr Netzwerk an Gründern“, sagt Thomas Bachem. Fächer zur Unternehmensführung (zum Beispiel Entrepreneurship), Vorträge von erfahrenen Gründern und finanzielle Förderprogramme machen Business Schools häufig zum Sprungbrett in die Gründerszene. Bachem selbst war an der Cologne Business School und gründete parallel zum Studium das Video-Portal „sevenload“. In Deutschland ist das Verhältnis zu Startups allerdings noch zurückhaltend. Ein Silicon Valley, also ein eigenes Stadtviertel voller Gründergeist, Technikwissen und Risikokapital, sucht man bei uns bisher vergebens.

„Jeder mit einer guten Idee und der Bereitschaft, hart zu arbeiten, kann ein Startup gründen, ohne selbst ein finanzielles Risiko eingehen zu müssen“, sagt Thomas Bachem. Was er meint: Startups werden oft von Investoren finanziert, die den größten Teil des Risikos tragen. Von diesem Modell lebt die Startup-Szene. So entstand auch Zalando. Die WHU-Absolventen Robert Gentz und David Schneider hatten die Idee eines Online-Schuhhandels. Sie nutzten Kontakte der Hochschule und fanden in den Samwer-Brüdern – erfolgreichen Internetunternehmern – ihre Investoren. Was 2008 als Onlineshop für Flipflops begann, ist heute ein europaweit bekannter Modehändler mit über 7.000 Mitarbeitern.

Der beste Zeitpunkt

Gentz und Schneider waren bei der Gründung Mitte 20 und hatten ihr Studium abgeschlossen. Ein guter Zeitpunkt für ein Startup, findet auch Thomas Bachem: „Während des Studiums bietet es sich an, in Firmenpraktika erste Erfahrungen zu sammeln. Doch unternehmerisches Denken hat viele Facetten und findet sich auch in der Organisation von Veranstaltungen wieder. Wer in dieser Zeit an Ideen feilt und damit experimentiert, befindet sich nach dem Abschluss in der besten Lebensphase, um ein Startup zu gründen. Keine Verpflichtungen, viel Zeit und Leidenschaft – eine perfekte Ausgangsposition.“

Das richtige Team

Nicht nur Zalando entstand im Team: 73 Prozent aller Startups haben mehr als einen Gründer. „Jeder bringt andere Kompetenzen mit. Alle Voraussetzungen in einer Person zu vereinen, ist kaum möglich“, sagt Thomas Bachem. Das beste Team: Ein extrovertierter Networker, der andere Menschen – ob Mitgründer, Geldgeber oder letztlich Kunden – für die Idee begeistert. Ein IT-Kenner, der die Idee technisch umsetzet. Und ein Organisator, der das Geschäftsmodell im Blick hat.

Partner, Investoren oder andere Gründer finden sich bei zahlreichen Events. Auch in Deutschland kann man netzwerken: etwa bei den „Deutschen Gründer- und Unternehmertagen“ in Berlin (12. und 13. Oktober) oder der „Start“ in Nürnberg (3. und 4. November). „Es kommt nicht darauf an, die bekanntesten Gründer anzusprechen. Einige unbekannte Leute, die ich mit Anfang 20 kennengelernt habe, sind heute erfolgreiche Unternehmer. Ein Netzwerk wächst mit“, erzählt Thomas Bachem. Neben Team und Netzwerk zählt noch etwas: Mut, seine Idee nach außen zu tragen. Gründen muss man sich letzten Endes einfach trauen.

Die CODE University ...

ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule in Berlin. Drei Bachelorstudiengänge fördern den digitalen Pioniergeist: „Software Engineering“, „Interactive Design“, „Product Management“. Internet- und Startup-Unternehmer unterstützen das Konzept finanziell oder mit Gastvorträgen.

Die besten Tipps: Das sagen erfolgreiche Gründer

„Das größte Risiko besteht darin kein Risiko einzugehen.”
Mark Zuckerberg (33), Facebook Gründer
„Scheut euch nicht davor, im Dreck zu leben.”
Oliver Samwer (45), Rocket Internet, Mit-Gründer u. a. von Zalando
„Wenn Google uns etwas zeigt, dann, dass kleine Ideen groß werden können.”
Ben Silbermann (36), Pinterest-Gründer

Autorin: Nina Probst

Startups ...

sind „junge, noch nicht etablierte Unternehmen, die zur Verwirklichung einer innovativen Geschäftsidee (häufig in den Bereichen Electronic Business, Kommunikationstechnologie oder Life Sciences) mit geringem Startkapital gegründet werden.“ So lautetet die Definition im Gabler Wirtschaftslexikon.


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