„Du bist doch der Danger!“

Für Millionen Menschen ist Schauspieler Max von der Groeben schlichtweg „Danger“: Als prolliger Schüler wurde er in „Fack Ju Göhte“ zum Kinostar. Im wahren Leben ist Max hingegen sehr diszipliniert und ruht sich nicht auf seinem Erfolg aus. Im Kino erzählte er uns, warum.

Spätestens seit dem Kinoerfolg von „Fack Ju Göhte“ kennen Millionen Deutsche dein Gesicht. Wie hat sich dein Leben verändert, Max?
Gerade in den ersten Wochen haben mich viele Leute auf der Straße angesprochen: „Du bist doch der Danger!“ Die meisten wollen ein Selfie, manche schauen bloß und wissen nicht so recht, woher sie mich kennen. Aber ansonsten geht mein Leben eigentlich normal weiter.

Hast du danach viele Filmangebote bekommen?
Schon, aber jetzt konzentriere ich mich erstmal wieder auf meine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule, denn ich habe im letzten Jahr viel gedreht. Neben „Fack Ju Göhte 2“ habe ich in „Bibi und Tina 3“ und im Münchner Jubiläums-„Tatort“ mitgespielt.

Wie war es, für „Fack Ju Göhte 2“ in Thailand zu drehen?
Aufregend. Ich war das erste Mal in Asien, das ist eine völlig andere Welt. Das Klima war ungewohnt. Am Set sind Leute umgekippt, weil sie zu wenig getrunken hatten. Deshalb hat uns nach jedem Take jemand Wasser in die Hand gedrückt. Man soll sich ja über das schöne Wetter nicht beschweren, aber Action-Szenen waren dort schon ein bisschen anstrengender als in Deutschland. Und dann hat uns eine Grippewelle erwischt. Ich war einer der wenigen, die verschont geblieben sind.

War deine eigene Abschlussfahrt auch so abenteuerlich wie im Film?
Nicht ganz, aber es war die längste Klassenfahrt, die meine Schule je gemacht hat. Wir waren auf Santorin, einer kleinen griechischen Insel. Als wir zurückfliegen wollten, durfte wegen der Aschewolke eines isländischen Vulkans kein Flugzeug starten und wir mussten dort bleiben. Wir Schüler fanden das megageil: keine Schule und noch ein bisschen mehr Urlaub. Wir haben die Zeit gut genutzt, viel angeschaut – und natürlich gefeiert. Aber nach ein paar Tagen mussten wir zurück. Die Rückfahrt mit Fähren und Bussen dauerte dann über 40 Stunden!

Bist du mit deinen „Klassenkameraden“ aus Fack Ju Göhte auch privat befreundet?
Aram (Aram Arami, spielt Burak, Anm. d. Red.), Jella (Jella Haase, spielt Chantal) und Gizem (Gizem Emre, spielt Zeynep) sind super gute Freunde. Wir freuen uns immer, wenn wir uns treffen. Die Sache ist halt: Die wohnen alle in Berlin und ich bin als Einziger in München. Aber wenn man sich auf Preisverleihungen sieht, ist das wie ein Familientreffen.

Apropos Preisverleihung: 2013 hast du die „Goldene Kamera“ als bester deutscher Nachwuchsschauspieler gewonnen. Warst du überrascht?
Absolut. Die erste Februarwoche 2013 war die krasseste meines Lebens. Am Donnerstag bekam ich eine Absage von der Schauspielschule in Essen. Ich war am Boden zerstört. Zwei Tage später bin ich nach Berlin zur „Goldenen Kamera“ geflogen – und habe gewonnen! Nach dem Wochenende musste ich wieder nach München zur finalen Auswahlrunde an der Otto-Falckenberg-Schule. Das Ergebnis habe ich nicht mehr live mitbekommen, weil ich direkt danach zur Berlinale gefahren bin – nach der „Goldenen Kamera“ wurde ich überall eingeladen. Und in Berlin hab ich den Anruf von der Schule bekommen: Du bist dabei.

Braucht man überhaupt noch Schauspielunterricht, wenn man diesen Preis gewonnen hat?
Ich hab mit vielen gestandenen Schauspielern gesprochen, und die haben alle gesagt: Mach das trotzdem. Ich bin ein Typ, der alles richtig machen und der Beste sein will. Deshalb will ich das Handwerk von Grund auf lernen. Auch wenn es vielleicht scheint, als wäre es ein Schritt zurück. Aber das ist es definitiv nicht. Hier kann ich meine Schauspieltechnik verfeinern. Außerdem bin ich nach der Ausbildung breiter aufgestellt: Ich kann später auch am Theater spielen, was ich mir gut vorstellen kann, oder synchronisieren bzw. Sprechrollen übernehmen.

Warst du in der Schule auch so diszipliniert oder eher ein Chaot wie Danger?
Meistens war ich faul. Wenn ich keinen Bock hatte, Hausaufgaben zu machen oder zu lernen, hab ich’s nicht gemacht. Am Anfang gab‘s ein bisschen Ärger mit meiner Mutter, später hat sie gesagt: Du bist alt genug, entscheide selbst. Das war klug, denn irgendwann hat mich mein Gewissen geplagt. Und am Ende hat es ganz gut hingehauen: Mein Abischnitt ist 2,8.

Wolltest du schon damals Schauspieler werden?
Ich hab mit zehn Jahren angefangen zu schauspielern. In dem Alter denkt man natürlich, man wird Hollywood-Star. Als es auf das Abi zuging, habe ich schon überlegt: Will ich das wirklich durchziehen? Als kleines Kind wollte ich Meeresbiologe werden, weil ich die Unterwasserwelt so schön fand. Was ich immer noch sehr spannend finde, ist das Weltall. Ich habe tatsächlich überlegt, etwas in dieser Richtung zu studieren. Aber ich war leider zu schlecht in Physik. Wobei, am Ende hatte ich sogar eine zwei. Ich konnte immer ganz gut reden. Das hat mir in mündlichen Prüfungen sehr geholfen.

Was haben deine Eltern zu deiner Berufswahl gesagt?
Die haben mich immer unterstützt. Ihnen war nur wichtig, dass ich irgendetwas mache und nicht nur zu Hause rumhänge. Dafür bin ich aber gar nicht der Typ. Das war auch nach dem Abi so. Ich habe ein bisschen gedreht, Theater gespielt und ein Praktikum bei der Zeitung gemacht – und wenn ich nichts zu tun hatte, habe ich mich in den Sport gerettet. Ein geregelter Tagesablauf ist als Schauspieler sehr wichtig, weil man oft Leerlauf hat. Und als ich mit der Schauspielschule anfing, hatte ich ja bereits die Goldene Kamera gewonnen – da waren meine Eltern schon ein bisschen stolz.

Hast du zum Abschluss noch einen guten Tipp für angehende Abiturienten?
Tut, worauf ihr Lust habt – aber hängt euch rein und arbeitet an euch. Wie meine Eltern immer gesagt haben: Du kannst machen, was du willst. Wichtig ist nur, dass du etwas tust.

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Das Interview führte Simon Karrer

„Wenn ich keinen Bock hatte, Hausaufgaben zu machen oder zu lernen, hab ich’s nicht gemacht.”
Zum Abischnitt von 2,8 hat es am Ende für Max aber trotzdem gereicht.
Megaerfolg: 2015 toppt „Fack Ju Göhte 2“ alle Erwartungen und ist noch erfolgreicher als sein Vorgänger. Natürlich dabei: Max als Danger.
Megaerfolg: 2015 toppt „Fack Ju Göhte 2“ alle Erwartungen und ist noch erfolgreicher als sein Vorgänger. Natürlich dabei: Max als Danger.
Keine Angst, sich schmutzig zu machen: Zum exklusiven Fotoshooting entführten wir Max an entlegene Orte in München.
Keine Angst, sich schmutzig zu machen: Zum exklusiven Fotoshooting entführten wir Max an entlegene Orte in München.
2013 gewinnt Max von der Groeben die „Goldene Kamera“ als bester Nachwuchsschauspieler.
2013 gewinnt Max von der Groeben die „Goldene Kamera“ als bester Nachwuchsschauspieler.
Titel: ganz persönlich Abischnitt: 2,8 
+++ Dein größter Traum? Mit einem Segelboot über den Atlantik fahren. +++ 
Womit kann man dich jagen? Mit rohem Käse. +++ Wofür würdest du alles stehen und liegen lassen? Für eine Rolle in einem Film mit Leonardo DiCaprio. +++ 
Was kochst du am besten? Am besten gar nicht ;-) +++ Bist du musikalisch? Ich singe viel – beim Autofahren und unter der Dusche.
 +++ Deine größte Macke? Ich bin ein kleiner Zuspätkommer. In der Schule war ich wohl jeden Tag zu spät. +++ Wo feierst du am liebsten? Auf dem Karneval. +++ Was brauchst du für einen gemütlichen Abend? Mein Bett und einen geilen Film oder eine geile Serie. +++ Das Wichtigste im Leben? Familie und Freunde.
 +++ Was vermisst du an deiner Heimat Köln? Die Gelassenheit, das Kölsch und kölsche Musik.

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