Business Schools:
internationaler, teurer, besser?

Business Schools gelten als Managerschmieden, als Eliteschulen für Kinder reicher Eltern. Doch was ist dran an den Klischees und was zeichnet diese Hochschulen aus? Wir zeigen dir, was es bedeutet, an einer Business School zu studieren und wer am Ende im Chefsessel sitzt.

Da studieren nur Schnösel, die mit dem Porsche am Campus vorfahren, Prada-Täschchen in der Armbeuge spazieren tragen und von Daddy gesponsert werden.“ Derartige Klischees über private Hochschulen und Business Schools spuken in den Köpfen vieler Menschen umher. Und es ist sogar ein Funken Wahrheit dran. Diese oder ähnliche Typen begegnen dir an einigen Business Schools. Aber die Mehrheit der Leute dort sind ganz normale Abiturienten – wie du und deine Freunde. Das große Geheimnis dahinter: Stipendien.

Business Schools sind private Hochschulen, die sich auf Studiengänge der Wirtschaftswissenschaften, wie etwa Betriebswirtschaftslehre und Management konzentrieren. Sie zeichnen sich vor allem durch ihren internationalen Charakter aus. Ein Auslandssemester in Fernost und ein Praktikum in den USA sind während des Studiums häufig normal. Um am weltweiten Wirtschaftsgeschehen teilhaben zu können, ist Sprachkompetenz im Studium besonders wichtig. Englisch ist neben einer weiteren Fremdsprache oft Pflichtfach und teilweise Unterrichtssprache. Kleine Gruppen von rund 30 Leuten bestimmen den Lernalltag – davon können Studierende an staatlichen Universitäten nur träumen, die sich oft in überfüllte Hörsäle quetschen. Ein weiterer Pluspunkt ist das große Netzwerk der Business Schools. Es besteht aus Absolventen, Hochschulen und Unternehmen, die weltweit tätig sind. Denn wichtige Wirtschaftskontakte knüpfen die Studierenden hier bereits ab dem ersten Tag. Klar, dass der Weg in die Chefetage eines internationalen Konzerns damit wesentlich leichter fällt.

Eine Frage des Geldes?

Auslandsaufenthalte, Spitzenbedingungen und gute Kontakte haben natürlich ihren Preis. Durchschnittlich 6.000 Euro kostet ein Semester an einer Business School in Deutschland. Damit ist es fast 30 Mal teurer als ein Studium an einer staatlichen Universität oder Hochschule – hier zahlst du einen Semesterbeitrag, der in der Regel zwischen 100 und 300 Euro pro Halbjahr liegt. Aber auch wenn man nicht mit dem sprichwörtlichen silbernen Löffel im Mund geboren wurde, besteht Hoffnung: Die meisten Business Schools bieten Hilfe bei der Finanzierung an. Die „WHU – Otto Beisheim School of Management“ in der Nähe von Koblenz etwa bietet Freiplätze oder einen sogenannten umgekehrten Generationenvertrag. Der ermöglicht es dir, die Kosten erst nach dem Studienabschluss zu bezahlen. Und praktisch für jede Schule gibt es Stipendien. An manchen Business Schools, beispielsweise der ESB Reutlingen, gibt es abgesehen vom Semesterbeitrag keine Studiengebühren.

Zunächst gilt aber auch an einer kostenpflichtigen Hochschule erst einmal das Leistungsprinzip: Jeder, der hier studieren will – auch der Porschefahrer – muss seine Englischkenntnisse belegen, zum Beispiel mit dem Cambridge-Zertifikat. Zudem muss man Aufnahmetests bestehen, die sich aus Bereichen wie Logik, Allgemeinwissen und Zahlenverständnis zusammensetzen. Auch persönliche Gespräche gehören zum strengen Aufnahmeverfahren dazu. Geld allein reicht also nicht aus, um dort reinzukommen.

Egal ob mit oder ohne Prada-Tasche: Ein Studium an einer Business School ist teuer, zahlt sich aber durch die internationale Ausrichtung und die wertvollen Kontakte in die Wirtschaftswelt aus. Es liegt an dir, was du daraus machst – geschenkt wird dir auch hier nichts.

Autorin: Elisabeth Höbel

„Ohne mein Studium hätte ich niemals ein Unternehmen gegründet”
Marc Pohl (28) studierte an der WHU. Gemeinsam mit zwei Freunden gründete er das Startup „Juniqe“ (www.juniqe.de). Die Idee: inspirierende Kunst, die sich jeder leisten kann.

Business Schools im Fakten-Check 

Das spricht dafür: 

  • internationale Ausrichtung

  • integrierte Auslandsaufenthalte

  • großes Kontakt-Netzwerk

  • kleine Unterrichtsgruppen

  • Dozenten aus der Praxis

 

Das musst du bedenken: 

  • hohe Studiengebühren

  • überdurchschnittliche Leistungsanforderungen

  • anspruchsvolles Aufnahmeverfahren

  • Fokus auf Wirtschaftsthemen


Weitere Themen