Diese Bewerbung gefällt mir!

Wenn du dich für dein Traumpraktikum oder eine spannende Stelle als Werkstudent bewirbst, sieht sich der Personalchef nicht nur deinen Lebenslauf ganz genau an – sondern auch deine Social-Media-Profile. Und dort sollte er manche Dinge besser nicht entdecken.

Text: Simon Karrer, Illustrationen: Christian Barthold

Du hast dich bereits für eine Ausbildung entschieden, willst ein duales Studium bei deinem Traumunternehmen beginnen oder erst einmal im Praktikum herausfinden, was dir liegt? Dann kommst du an einer überzeugenden Bewerbung nicht vorbei. Neben fehlerfreiem Lebenslauf und begeisterndem Anschreiben spielen Social-Media-Auftritte dabei eine immer größere Rolle. Personalchefs sind schließlich auch nicht von gestern: Laut einer Umfrage des Hightech-Verbands Bitkom informiert sich fast jeder zweite im Internet über Bewerber. Jeder siebte Personalchef hat sogar schon Bewerber abgelehnt, weil ihm nicht gefiel, was er dort fand.

Weg mit den peinlichen Bildern

Social-Media-Profile für die Bewerbung vorzubereiten, ist ein bisschen wie Zimmer aufräumen, bevor das Date vorbeikommt: Erst einmal alles rausschmeißen, was einem peinlich ist. Googel doch mal deinen Namen. So siehst du, was über dich im Netz zu finden ist. Blätter ruhig ein paar Seiten auf der Ergebnisliste durch. Steht dort etwas, das du lieber nicht über dich lesen willst? Was viele nicht wissen: Du kannst persönliche Informationen aus den Google-Suchergebnissen löschen lassen. Den Antrag findest du hier

Alles Peinliche versteckt? Jetzt stellst du Dinge ganz nach vorn, die dein Date beeindrucken: Lieblings-CDs, den Sportpokal oder die E-Gitarre. Genauso läuft‘s im sozialen Netzwerk. Der Personalchef soll dort Dinge sehen, die ihn freuen: Zum Beispiel, dass dir seine Unternehmensseite gefällt oder du Artikel aus einem Fachmagazin seiner Branche geteilt hast. Genaueres verraten wir dir in den Bewerber-Guides zu Facebook, Instagram und Xing.


Dein Bewerber-Guide für Facebook

Ob Date oder Personalchef – der Schlüssel zum Erfolg sind gemeinsame Interessen. Wie du die auf Facebook zeigst und welche Fehler du vermeiden solltest, damit du nicht abserviert wirst:

So machst du es richtig

- Zeig dich von deiner Schokoladenseite:
Deine Profil- und Hintergrundbilder sieht jeder. Weg mit verwackelten Selfies und her mit sympathischen Fotos, auf denen du lächelst.

- Informiere deine Freunde: 
Bitte deine Freunde, keine unvorteilhaften Bilder von dir hochzuladen.

- Zeige Interesse an deinem Traumjob:
„Like“ Seiten, die mit deinem Berufswunsch zu tun haben, zum Beispiel Fachzeitschriften

- Hol dir Insidertipps:
Viele Unternehmen haben Facebookseiten mit Bewerbungstipps und Berufseinblicken, wie zum Beispiel die Bundeswehr, BMW oder ProSieben.

Fettnäpfchen, die du besser vermeidest

– Freundschaftsanfragen an Personaler:
Die meisten Menschen nutzen Facebook privat. Und du würdest doch auch nicht bei deinem zukünftigen Chef an der Haustür klopfen. Wenn du dich mit ihm vernetzen willst, mach es über professionelle Netzwerke wie Xing.

– Unfaire Kommentare:
Lästern und Pöbeln kommt nie gut an. So jemanden will keiner in der eigenen Firma haben. Zurückhalten solltest du dich auch, wenn du von etwas keine Ahnung hast.

– Schlechte Rechtschreibung:
Grammatik- und Rechtschreibfehler wirken schlampig und machen keinen guten Eindruck.


Dein Bewerber-Guide für Instagram

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Doch die falschen Aufnahmen kann man auch mit einer Million Worte nicht erklären. Dann will sich das Date nicht mehr mit dir treffen und auch der Personalchef hat keine Lust, dich kennenzulernen.

So machst du es richtig

– Sei originell:
Verwende nur Bilder, die du selbst gemacht hast. Damit beweist du Einsatz und Kreativität.

– Stell deine Hobbys ins Rampenlicht:
Beeindruckende Hobbys kannst du hier gut zur Geltung bringen. Vor allem, wenn sie zu deinem Wunschberuf passen, wie: zeichnen, Autos reparieren oder Websites programmieren.

– Vernetze dich:
Folge den richtigen Menschen, zum Beispiel deinem Wunscharbeitgeber. So bekommst du wichtige Infos, wie Jobangebote oder Tipps, was das Unternehmen von seinen Bewerbern erwartet.

– Halte die Unterhaltung am Laufen:
Antworte auf Kommentare unter deinen Bildern und kommentiere auch selbst – aber bitte nur, wenn du etwas zu sagen hat.

Fettnäpfchen, die du besser vermeidest

– Selfie-Sucht:
Immer nur sich selbst zu fotografieren, ist langweilig und wirkt selbstverliebt.

– Alkohol und Partys:
Kein Personalchef hat etwas dagegen, dass Angestellte ab und zu feiern. Aber zu viele Partybilder können leicht einen falschen Eindruck vermitteln.

– Angeberei:
Gestählte Muskeln und teure Klamotten sagen nichts über deine Talente aus. Eher darüber, dass du dich gern zur Schau stellst.


Logo Xing

Dein Bewerber-Guide für Xing
Bewerbung hilft

Wenn du jemanden kennenlernen willst, der dir gefällt, gehst du in die richtigen Clubs. Für das Berufsleben heißt einer dieser Clubs Xing: Hier kannst du Personalverantwortliche kontaktieren und Jobangebote finden. Oder deinen Lebenslauf hochladen, damit andere dich finden.

So machst du es richtig

– Nutze Xing schon als Abiturient 
Hier gibt es für fast jeden Berufswunsch eine Diskussionsgruppe, in der du dich mit anderen Bewerbern und Profis austauschen kannst. Zum Beispiel darüber, wo du interessante Jobs findest oder worauf du bei der Bewerbung achten musst. Vielleicht legen sie sogar ein gutes Wort bei ihrer Firma ein, wenn sie merken, dass du was drauf hast.

– Bereite dich mit Xing auf dein Vorstellungsgespräch vor 
Auf der Profilseite deines Gesprächspartners findest du viele Infos zu seinem beruflichen Hintergrund oder seinen Hobbys. Das gibt dir Ideen, worüber ihr reden könnt. Außerdem kannst du ihn mit Hilfe seines Profilbilds vor Ort sofort erkennen, wenn du ihm auf dem Gang begegnest.

– Knüpfe Kontakte
Beginne mit Leuten, die du schon kennst. Zum Beispiel von ersten Ferienjobs, Praktika oder der Arbeitsstelle deiner Eltern. Dann suche gezielt nach passenden Kontakten: Du möchtest in die Kreativbranche schnuppern? Suche nach einer Agentur in deiner Stadt. Ein Tipp: Die Praktikanten dort können dir bestimmt am besten sagen, wie man sich für ein Praktikum bewirbt.

Fettnäpfchen, die du besser vermeidest

Unhöfliches und respektloses Auftreten schadet dir besonders. Denn hier sind viele potenzielle Arbeitgeber unterwegs, denen solche Dinge negativ auffallen. Auch massives Kontaktesammeln ist nicht gern gesehen. 20 Kontakte, die du gut ausgewählt und ehrlich interessiert angeschrieben hast, verhelfen dir eher zum Traumjob.

Besser informiert

Mittlerweile hat jedes größere Unternehmen eine eigene Karriereseite auf Facebook. Von Audi bis Volkswagen, von Douglas bis Zalando.
Ein Ranking mit den erfolgreichsten Facebook-Karriereseiten findest du hier


Weitere Themen