Den Aloha-Spirit erleben

Melanie Enenkel (21) studiert in Augsburg Sozialwissenschaften und hat sich einen ganz großen Traum erfüllt: ein Auslandssemester auf Hawaii. Zwischen „hang loose“ am Waikiki Beach und Vorlesungen in Downtown Honolulu – so lebt und studiert es sich auf Hawaii

Melanie Enenkel (21) lebt und studiert für fünf Monate auf Hawaii

Hawaii ist bekannt als Urlaubs- und Surferparadies, aber gerade wegen der englischen Amtssprache und einer Reihe renommierter Hochschulen ist der US-Bundesstaat für Studenten interessant. Melanie studiert für ein Semester an der Hawaii Pacific University (HPU), der größten privaten Uni der Inselgruppe. Auch wenn das mit dem Surfen noch nicht so richtig klappt, fühlt sich Melanie rundum wohl.

Zwischen Büchern und Palmen
Rund 13.000 Kilometer und 15 Flugstunden trennen die 21-Jährige von ihrer Heimat, dem schwäbischen Augsburg. Doch von Heimweh keine Spur: Viel zu aufregend ist ihre Zeit im Herzen Waikikis, wo sie mit einer anderen deutschen Studentin eine WG gegründet hat. An drei Tagen die Woche belegt sie von morgens bis abends Kurse wie „Crosscultural Sociology“ an der HPU. Hier erhält Melanie tiefe Einblicke in die hawaiianische Kultur und lernt, wie diese im Austausch mit anderen Kulturkreisen steht. „Jeder Tag bringt etwas Neues, jeder Tag ist einzigartig“, schwärmt Melanie. „Aber man muss sich klar sein, dass man trotz des tollen Wetters viel Zeit an der Uni verbringt. Ich habe meine Kurse bewusst so gewählt, dass ich nur drei Tage die Woche zur HPU gehe. Aber diese Tage sind dann wirklich sehr voll.“ Im Vergleich zu Deutschland ist das Studium auf Hawaii verschulter. Jede Woche muss Melanie Hausaufgaben erledigen, Texte lesen oder Aufsätze schreiben. „Hier wird viel Wert darauf gelegt, dass man wöchentlich am Ball bleibt und die Kurse gut vorbereitet“, erzählt sie. Doch trotz der Uni-Verpflichtungen bleibt ihr genügend Zeit, um Land und Leute kennenzulernen.

Sonnige Zeiten
„Atemberaubend schön.“ Das antwortet Melanie, wenn man sie nach ihren Eindrücken von der hawaiianischen Natur fragt. Auf der Insel im Pazifischen Ozean gibt es viel zu entdecken: Melanie ist schon mit Riesenschildkröten geschwommen, hat am „Sunset Beach“ gechillt und ist durch wilden Dschungel zu den „Manoa Falls“ gewandert. Im Surfen hat sie sich auch versucht, aber Schnorcheln liegt ihr mehr: „Wenn man am Waikiki Beach einen Achtjährigen durch die Wellen reiten sieht, als hätte er nie etwas anderes in seinem Leben gemacht, und man selbst kaum auf dem Surfbrett stehen kann, ist das schon frustrierend“, lacht sie. Doch sie hat gelernt, es ganz im Sinne des Aloha-Spirits zu sehen: mit einer großen Portion Gelassenheit. „Hier auf der Insel lächelt man und bleibt gelassen, auch wenn etwas nicht klappt. Die Freundlichkeit und Offenheit der Hawaiianer ist überwältigend.“

Kleiner Haken, große Wirkung
Das Studium unter Palmen ist nicht gerade günstig. Rund 8.000 US-Dollar Studiengebühren musste Melanie dafür aufbringen. Das hat sie aber nicht daran gehindert, ihren Traum vom Hawaii-Studium zu verwirklichen. „Studiengebühren plus 800 Dollar für Miete und nochmal der gleiche Betrag, um monatlich zu leben. Nur mit BAföG ist das nicht finanzierbar. Ich habe mich zwar für ein Stipendium beworben, aber keine Zusage bekommen“, so Melanie. Deswegen hat sie zwei Jahre vor ihrem Auslandsaufenthalt als Werkstudentin gearbeitet und jeden Cent gespart. Es hat sich gelohnt. „Hier herrscht eine ganz andere Atmosphäre als in Deutschland. Ein Semester reicht gar nicht aus, um Hawaii mit all seinen atemberaubend schönen Orten zu entdecken.“

Tipp von Melanie: Die meisten Studenten suchen sich selbst eine Wohnung, da das Preis-Leistungsverhältnis der Uni-Apartments nicht optimal ist. Beliebt ist Waikiki. Melanie empfiehlt für die Suche die Plattform: www.honolulu.craigslist.org

Autorin: Romy Schönwetter

„An der Hawaiian Pacific University wird viel Wert darauf gelegt, dass man wöchentlich am Ball bleibt und die Kurse gut vorbereitet.”
Melanie ist begeistert vom Studium auf Hawaii, auch wenn es zwischendurch stressig ist. Trotz Uni-Verpflichtungen bleibt ihr aber genügend Zeit, um in die hawaiianische Kultur einzutauchen.
Waikiki Beach ist ein Paradies für Surfer. Trotzdem ist Melanie während ihrer Zeit auf Hawaii lieber schnorcheln gegangen
Die Riesenschildkröten sind Melanie auf Hawaii besonders ans Herz gewachsen

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